Wer hat’s erfunden? Klar. Die Thüringer.

Heute, zum Tag des Deutschen Bieres, gibt es allen Grund zum Staunen: das älteste Reinheitsgebot für Bier stammt aus Thüringen! Thüringen werden sich jetzt viele Fragen. „Des hamm doch die Bayern verzapft…“

Bier auf Tresen

Hopfen, Malz, Wasser (und Hefe)

Ganz im Gegenteil. Der Erlass des bayerischen Reinheitsgebotes erfolgte im Jahre 1516. In diesem ist festgehalten, dass ein ordentliches Deutsches Bier nur aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser hergestellt werden sollte.

Im Mittelalter häuften sich unentwegt die Beschwerden über schlechtes und gepanschtes Bier. Mit dem Erlass der bayerischen Landesverordnung am 23. April 1516 durch die Herzöge Wilhelm IV und Ludwig X stand es nun unter Strafe andere Zutaten als die im Reinheitsgebot festgelegten für das Brauen von Bier zu verwenden. Noch heute gilt dieses Reinheitsgebot und steht für die Qualität der deutschen Biere.

Ganz besonders wollen wir, dass forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gerste, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen. …

Im thüringischen Weißensee 1998 hatte der Mittelalterhistoriker Michael Kirchschlager im Historischen Archiv auf der Runneburg allerdings einen Sensationsfund. Er hat das älteste deutsche Reinheitsgebot zum Brauen des leckeren Gerstensaftes gefunden. Die „Statua thaberna“, ein Wirtshausgesetz von 1434, ist durch die Städte Weimar und Weißensee bereits 1434 festgehalten worden. In ihr ist festgelegt, dass neben Hopfen und Malz nur noch Wasser (hophin, malcz und wasser) für das Bierbrauen verwendet werden darf. Somit steht es fest: das noch heute gültige, älteste städtische Reinheitsgebot kommt aus dem schönen Thüringen – knapp 80 Jahre eher, als in Bayern.

Unangefochtene Bierbraukönige

Die Bayern bleiben aber dennoch die Bierbraukönige Deutschlands. Mit etwa 624 Brauhäusern hat der Freistaat die Meisten. In Thüringen allerdings gibt es hingegen nur knapp 50. Darunter sind eine Big Player, die sich deutschlandweit und darüber hinaus einen Namen gemacht haben. Die Köstritzer Schwarzbierbrauerei in Bad Köstritz oder die Oettinger-Brauerei in Gotha beispielsweise.

Auch der Trend der Craft Bier-Herstellung hält in Thüringen Einzug. Viele kleine Brauereien eröffnen landesweit und brauen leckere und zumeist sehr süffige Craft Biere, was einen stetigen Anstieg der Brauereianzahl bedeutet. Diese kleineren Betriebe nennen sich dann meist „Braumanufakturen“ und stellen das Bier in nur sehr kleinen Mengen her. Ein kleiner Tipp: die Erfurter Braumanufaktur Heimathafen stellt auf dem Gelände des Erfurter Zughafens leckere Biere her, die ihr unbedingt einmal auf „der kleinen Rampe“ probieren müsst. Mehr dazu veröffentliche ich demnächst auf diesem Blog.

Darauf ein frisches und kühles Bierchen.

Cheers.

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